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| Übersicht » Auto-Zubehör » Fahrwerke/Federn » Audi A3/S3/TT » KW Competition / Variante III: |
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| Testbericht |
Nachdem ich Anfang Juni meinen S3 in Ingolstadt abholen durfte, ist mir relativ schnell klar geworden, daß ich mit dem Serienfahrwerk nicht glücklich werde.
Es ist einfach zu sehr auf Komfort ausgelegt und vermittelt durch seine relativ starke Seitenneigung in Kurven und auch durch die deutlich spürbaren Lastwechselreaktionen nicht unbedingt das Gefühl von Souveränität. Also hab ich mich ein bisserl umgehört und umgelesen und bin recht schnell auch hier im Forum auf das KW3 gestoßen. Zuerst hat mich der Preis noch ein bisserl abgeschreckt. Weil irgendwie ist es schon komisch, sich ein Auto für über 40tsd Euro zu kaufen um dann nach ein paar Tagen das Fahrwerk raus zu schmeißen. Aber je mehr Erfahrungsberichte man liest, umso neugieriger wird man.
Nachdem ich dann auch noch Mitglied im ASC geworden bin und dadurch den Sonderpreis für den Einbau in Waldmünchen bekommen habe, waren die letzten Bedenken beiseite gefegt und es konnte los gehen.
Ich hatte für 8:30 Uhr einen Termin bei Fahrzeugtechnik Pfeifer ausgemacht (hier nochmal ein Dank an Michael, der den Kontakt hergestellt hat). Als ich um kurz nach 8 Uhr da war, ging es sofort los. Ich bin zwar absoluter Laie, was das Kfz-Handwerk angeht, aber man merkt schnell, daß die Jungs das nicht zum ersten Mal machen. Im Gespräch habe ich dann erfahren, daß z.B. alle KW-Rennsport-Fahrwerke in der Halle nebenan in Handarbeit hergestellt werden und daß dort auch das KW3 entwickelt wurde (ok, ist jetzt keine Neuheit mehr, aber es ist auf jeden Fall ein Hinweis auf die Kompetenz der Jungs in Waldmünchen).
Kurz vor der Mittagspause war das Fahrwerk dann drin und nach dem Vermessen kam dann Herr Pfeifer persönlich zur allseits sehr beliebten Probefahrt vorbei. Seine erste Frage galt dem Reifendruck - der war nämlich seiner Meinung nach viel zu hoch. Ich habe mich aufklären lassen, daß ein Reifen mit relativ hohem Luftdruck weniger Haftung aufbaut und die Haftung dann auch schneller verliert. Er hat mir das nachher beim Fahren erklärt, daß der Reifen bei weniger Druck langsam anfängt über die Flanke zu schieben, bevor dann irgendwann die Haftgrenze erreicht ist. Bei mehr Druck geht das nicht richtig, weil die Flanke einfach zu wenig nachgiebig ist. Sein Vorschlag war, den Druck vorne auf 2,2 und hinten auf 2.0 bar abzusenken. Spätestens wenn man sich ein bisserl mit Herrn Pfeifer unterhalten hat und von der Probefahrt zurückkommt, dann weiß man, daß man es hier mit einem absoluten Profi zu tun hat und das sich das Zuhören lohnt. Deshalb bleibt der Druck jetzt auch so. Die Probefahrt selbst wurde schon mehrfach angepriesen, so daß ich mich darüber jetzt nicht weiter auslasse. Nur soviel: ich hätte nie gedacht, welche Kurvengeschwindigkeiten in diesem Auto stecken.
So, jetzt aber wie versprochen zum Fahrwerk selbst. Schon auf den ersten Metern merkt man, daß sich die Lenkung etwas straffer und direkter anfühlt. In Kurven ist das Einknicken praktisch vollständig verschwunden und auch sowas wie Lastwechselreaktionen sind wie weggeblasen. Kurven auf der Landstraße lassen sich nahe am Grenzbereich mit absoluter Präzison fahren - das Auto bleibt völlig neutral und regiert sofort aber gelassen auf jede kleine Korrektur an der Lenkung. Auf der Autobahn von Amberg nach Nürnberg ging der AHA-Effekt dann weiter. Diese Autobahn ist sehr kurvig. Aber was soll ich sagen - die Schienen unter meinem Auto waren auf der Hinfahrt definitiv noch nicht da - sensationell, mit welchen Geschwindigkeiten diese Kurven bewältigt wurden. Da gibts kein Aufschaukeln mehr oder irgendein schwammiges Gefühl, sondern einfach nur zwei Schienen auf der Straße - zumindest fühlt es sich so an.
Vielleicht noch zwei kleine Sätze zum Komfort: in der gewählten Einstellung ist das Fahrwerk sicher nicht mit einer Sänfte zu vergleichen. Wellen auf der Autobahn werden halt 'durchfahren' und nicht 'übersprungen'. Aber genau das ist es ja, das Auto klebt plötzlich auf der Straße und wippt nicht nach jeder Bodenwelle noch 2 mal nach. Bei Querfugen kann ich keinen großen Unterschied zum Originalfahrwerk ausmachen - die werden zwar spürbar, aber doch recht komfortabel weggebügelt.
Fazit: ich bin mit einem dicken Grinsen am Abend zu Hause eingefallen - und als mich meine Frau gefragt hat, warum ich so grinse, hab ich ihr einfach den Autoschlüssel in die Hand gedrückt. 10 Minuten später haben wir dann beide gegrinst ...
Es tut zwar für die Abstimmung des Fahrwerks nichts zur Sache, aber der Vollständigkeit halber sei's noch erwähnt: gewählte Tieferlegung vorne 20 mm, hinten 10 mm. Damit sind beide Radläufe exakt gleich weit vom Boden weg (der Schweller neigt sich ganz leicht nach vorne - Keilform). So hat's mir optisch gut gefallen. In der Serie ist die Lücke zwischen Reifen und Radlauf vorne nämlich um 10 mm größer als hinten - das wirkt irgendwie komisch, wie ich finde. |
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| Bewertung |
| Pro: |
Fahrverhalten |
| Kontra: |
nicht ganz billig |
| Qualität: |
sehr gut
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| Kurvenverhalten: |
sehr gut
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| Preis/Leistung: |
gut
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| Empfehlenswert: |
ja
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| Gesamtbewertung: |
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| - Dieser Testbericht stellt keine Äußerung von audi-speed.com dar. Alle Angaben ohne Gewähr. - |
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